Archiv für den Tag: 22. Mai 2026

Nach der Mobilität

3b) Haben Sie Ihr persönliches Lernziel aus 1b) erreicht? Was hat Ihnen dabei geholfen bzw. warum haben Sie das Ziel nicht erreicht?

Mein persönliches Fazit zum Auslandspraktikum fällt absolut positiv aus! Mein großes Lernziel aus Punkt 1b war es ja, meine Sprachkenntnisse im Berufsalltag zu festigen, internationale Abläufe in der Logistik kennenzulernen und zu sehen, wie mein Ausbildungsberuf (Industriekaufmann) in anderen Ländern funktioniert. Das hat alles perfekt geklappt.

In der Praxis lief die Kommunikation vor Ort im Lager tatsächlich fast ausschließlich auf Türkisch ab, da wir Englisch im Team so gut wie gar nicht genutzt haben. Am Anfang war das natürlich eine kleine Herausforderung, aber durch die unnormal große Gastfreundschaft der Kollegen bei NNG Energy habe ich mich super schnell reingefuchst und unheimlich viel sprachliche Sicherheit im Alltag dazugewonnen.

Ein absolutes Highlight für mich war, als ich mitten im Lager in Yalova plötzlich ein Produkt von uns – einen Schwenkhebel-Verschluss von STUV – entdeckt habe! Das war der perfekte Beweis dafür, wie international vernetzt unsere Betriebe sind. Zu sehen, dass die Schaltschränke der Turbinen und Motoren hier in der Türkei mit den Schließsystemen gesichert werden, die wir in Heiligenhaus herstellen, hat das Praktikum für mich perfekt abgerundet. Ich habe die Logistikkette quasi einmal live von Deutschland bis in die Türkei miterlebt.

3c) Vergleichen Sie Ihre vorherigen Erwartungen mit Ihren Erfahrungen, die Sie während des Aufenthaltes gemacht haben.

Die zwei Wochen in der Türkei haben mich sowohl beruflich als auch persönlich ein riesiges Stück weitergebracht.

 Für meine Ausbildung: Ich habe gelernt, mich super schnell in fremde Systeme wie iyi bulut einzuarbeiten und logistische Prozesse auch dann zu verstehen, wenn die Begleitpapiere oder Rechnungen mal nicht auf Deutsch sind. Das gibt mir extrem viel Selbstvertrauen für meine weitere Ausbildung zum Industriekaufmann und für anstehende Projekte bei STUV.

 Für mich persönlich: Die unnormal große Gastfreundschaft der Kollegen bei NNG Energy und die Erfahrung, komplett eigenständig in einem anderen Land zu arbeiten (und nebenbei an freien Tagen wie dem 19. Mai Kulturorte wie Termal zu erkunden), war einfach einmalig.

Ich kann das Erasmus+ Programm jedem Azubi nur wärmstens empfehlen. Ich gehe mit einem super Gefühl, verbesserten Sprachkenntnissen und vielen neuen Eindrücken zurück nach Deutschland!!!

Teil 2 Woche 2

Zum Abschluss durfte ich mir noch den Wareneingang und die Schnittstelle zur Verwaltung genauer ansehen. Wenn neue Lieferungen reinkommen, läuft hier noch vieles traditionell ab: Die Rechnungen kommen in Papierform an. Die Ware wird erst auf Vollständigkeit geprüft und mit dem Lieferschein abgeglichen, bevor die Papier-Rechnungen direkt an die Buchhaltung weitergeleitet werden. Erst danach wird der Wareneingang final im iyi bulut-System als „erledigt“ eingebucht. Ein toller Vergleich zu meinem Heimatbetrieb STUV, wo wir administrativ noch ein Stück digitaler unterwegs sind.

Mein Gesamtfazit: Auch wenn die Arbeit im Lager manchmal Wartezeiten hatte und körperlich anstrengend war, habe ich extrem viel gelernt. Ich weiß jetzt, wie wichtig die exakte Lagerbuchung für den reibungslosen Ablauf in der Fertigung ist. Die Erfahrung, das alles in einem türkischen Betrieb auf einer anderen Sprache und mit Systemen wie iyi bulut zu erleben, hat mich fachlich und persönlich mega weitergebracht

Teil 1 Woche 2

In meiner zweiten Woche ging es deutlich tiefer in die Prozesse rein. Ich durfte den Kollegen über die Schulter schauen und selbst mithelfen, wenn es an die Buchungen ging. NNG Energy arbeitet mit einem cloudbasierten ERP-System namens iyi bulut (das bedeutet übersetzt so viel wie „Gute Cloud“).

Der Ablauf sieht in der Praxis so aus: Wenn die Werkstatt Teile benötigt, werden diese physisch aus den Regalen entnommen. Damit der Bestand stimmt, werden handschriftliche Entnahmelisten geführt. Meine Aufgabe war es, genau darauf zu achten, dass jede entnommene Schraube und jedes Ventil dokumentiert wird, damit die Kollegen die Daten im Nachhinein im iyi bulut-System aktualisieren können. Sinkt der Bestand dort unter einen kritischen Wert, schlägt das System Alarm für den Einkauf.

Am Dienstag (19. Mai) hatte ich wegen des nationalen Feiertags in der Türkei sogar direkt frei. Das habe ich genutzt, um die Umgebung zu erkunden! Nach einem genialen, riesigen Frühstück im Zentrum von Yalova bin ich mit den lokalen Minibussen (den Dolmuş) nach Termal gefahren. Die heißen Quellen im Wald und die ganzen Cafés waren ein absolutes Highlight. Es tut richtig gut, nach der körperlichen Arbeit im Lager mal rauszukommen und die Natur hier zu genießen.

Teil 2 Woche 1

Was mir in dieser Woche besonders aufgefallen ist: Das Arbeitsklima ist ganz anders als in Deutschland. Alles läuft sehr familiär ab. Wenn die Kollegen aus der Fertigung Teile brauchen, kommen sie direkt ins Lager, man quatscht kurz, und alles läuft Hand in Hand.

PS: Ich habe tatsächlich Ware von unserer Firma STUV in Deutschland in deren Lager gefunden. Ich habe hier auch ein Bild gemacht. Das sind Verschlüsse für Schaltschränke.

Teil 1 Woche 1

Bevor es am Montag, den 11.05.26 für mich die Arbeit bei NNG Energy startete, nutze ich erstmal das Wochenende, um mir ein bisschen die Stadt anzuschauen. Am Freitag habe ich schon in mein Hotel eingecheckt. Dann ging es am Montag los.

Ich wurde super herzlich vom Team aufgenommen und die Gastfreundschaft ist echt unnormal groß, und es gab erst mal einen klassischen türkischen Çay zum Start. Mit der Kultur kenne ich mich schon ein bisschen aus. Aber natürlich war für mich auch interessant zu wissen, wie die Firma in der Türkei arbeitet und was für Unterschiede sich da ergeben.

In der ersten Woche stand für mich das Kennenlernen des Lagers auf dem Programm. Da NNG Energy riesige Turbinen und Motoren wartet, ist das Lager voll mit hochspezifischen Bauteilen. Meine erste große Aufgabe war es, überhaupt erst mal zu verstehen, wo was liegt. Ich habe die Kollegen dabei unterstützt, neu eingetroffene Waren einzusortieren und physisch im Lager zu erfassen. Es ist extrem spannend zu sehen, wie ein internationaler Reparaturbetrieb seine Logistik strukturiert, damit in der Werkstatt später kein Bauteil fehlt.

Zusätzlich fand am Donnerstag den 14.05.26 überraschenderweise eine Veranstaltung bei der Firma NNG Energy statt, sowas wie eine kleine Messe, wo dann auch Besucher auftauchten und es an allen Tischen Snacks und Getränke gab. Das war für mich auch echt spannend und interessant mitanzusehen.

Während der Mobilität: Nachhaltigkeit und Umweltschutz

2a) Umsetzung von Nachhaltigkeit/Umweltschutz im Vergleich zu STUV

Bei uns bei STUV (Deutschland): Hier läuft das meiste über den Kopf und den Computer. Weil wir Schlösser bauen, die ewig halten, sparen wir automatisch Ressourcen – was lange hält, fliegt nicht auf den Müll. Außerdem arbeiten wir im Büro fast komplett papierlos über unser ERP-System.

Hier bei NNG Energy (Türkei): Hier wird richtig angepackt, weil die Firma riesige Turbinen und Motoren repariert. Mülltrennung wird in der Werkstatt voll durchgezogen. Alles an Metallschrott (alte Schrauben, Reste) und gefährliche Industrieöle werden super streng gesammelt und recycelt. Außerdem gibt es jede Woche kurze Schulungen für das Team. Ein cooles Detail: Im Lager wurden alle normalen Batterien verboten, es gibt nur noch Akkus, die immer wieder geladen werden.

2b) Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Nachhaltigkeit/dem Umweltschutz erlebe ich während dem Auslandspraktikum?

Gemeinsam haben wir: Beide Firmen nehmen Mülltrennung echt ernst und wollen so wenig Verschwendung wie möglich.

Der Unterschied ist: STUV spart vor allem Papier durch die Digitalisierung und setzt auf langlebige Produkte. NNG Energy muss sich durch die schwere Arbeit eher um handfeste Dinge wie Altöl, Schrott und die direkte Motivation der Arbeiter in der Werkstatt kümmern.

2c) Verbesserungsmöglichkeiten und Ansätze im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Was STUV von NNG lernen kann: Die wöchentlichen Kurz-Schulungen für die Mitarbeiter sind eine Top-Idee. Wenn STUV das im Lager und in der Fertigung in Heiligenhaus auch macht, wären alle beim Umweltschutz noch mehr am Start. Auch die Sache mit den wiederaufladbaren Akkus statt Einwegbatterien im Betrieb sollten wir direkt übernehmen.

Was NNG von STUV lernen kann: NNG druckt im Büro noch verdammt viel auf Papier – egal ob Listen, Freigaben oder Broschüren. Wenn die das so digital machen würden wie wir bei STUV über das ERP-System, könnten sie echt viel Papier und damit eine Menge CO2 einsparen. Auch beim Wareneingang könnten sie von den Lieferanten weniger Plastikverpackungen einfordern, so wie STUV das macht.