Für diesen letzten Bericht habe ich lange überlegt, welches Thema unseren Alltag hier im Juni am besten abrundet. Die Antwort lag buchstäblich in der Luft: Es ist das aktuell extrem heiße Thema hier in Ulaanbaatar – die Pollenbelastung. Anders als bei meinem ersten Aufenthalt im eisigen Februar, als der dichte Kohlesmog das Zentrum beherrschte, kämpfen wir im Sommer mit einer ganz anderen, unsichtbaren Plage. Durch die anhaltende Trockenheit wirbelt ein aggressiver Mix aus Steppenstaub und dem Pollenflug von Wildkräutern wie Beifuß (Artemisia) durch die Straßen. In Düsseldorf flogen im Frühling zwar auch Birkenpollen, aber das Atmen fiel durch die feuchtere Rheinluft viel leichter als in der extrem trockenen, windigen mongolischen Hochebene.
In Düsseldorf reichte es bei Heuschnupfen meist völlig aus, das Fenster zu schließen oder eine Tablette zu nehmen, während wir in unserem kleinen Büro im Zentrum von UB aktiv mobile Luftreiniger mit Filter laufen lassen müssen, um frei atmen zu können. Der Unterschied ist klimatisch bedingt: In Düsseldorf sinkt der Blütenstaub im feuchten Klima viel schneller zu Boden, während der starke mongolische Wind die Pollen wochenlang zusammen mit dem Staub aufwirbelt, was die Schleimhäute weitaus aggressiver reizt. Die Gemeinsamkeit ist, dass in beiden Kanzleien Allergiker mit juckenden Augen und Niesreiz zu kämpfen haben und versuchen, trotzdem konzentriert und professionell für ihre Kunden zu arbeiten. Als Verbesserung für den Umweltschutz könnte unsere Kanzlei in UB dichte Pollenschutz-Netze an den Fenstern anbringen, damit beim Stoßlüften weniger Schmutz in den Raum gelangt und die Luftreiniger weniger Strom verbrauchen. Düsseldorf sollte im Sommer ebenfalls mobile Luftreiniger für die Büros anschaffen – das hilft den Allergikern im Team enorm und filtert ganz nebenbei auch den normalen Hausstaub aus der Luft.





