Bei meinem letzten Besuch in Ulaanbaatar herrschte tiefster Winter und das Leben spielte sich drinnen ab. Jetzt im Sommer lerne ich eine ganz neue, aktive Seite der hiesigen Arbeitskultur kennen, die in den wärmeren Monaten ab April startet. Viele Unternehmen schicken ihre Teams hier nach draußen, um gemeinsam Flüsse von Müll zu befreien und Bäume zu pflanzen. Das Tolle daran: Diese Aktionen finden an normalen Werktagen statt und werden regulär bezahlt. Das schweißt die Kollegen abseits des Schreibtisches ungemein zusammen und tut gleichzeitig der Umwelt spürbar gut.
Wenn ich das mit meiner Kanzlei in Düsseldorf vergleiche, zeigen sich spannende Unterschiede. Beide Betriebe nehmen Umweltschutz ernst – das ist eine schöne Gemeinsamkeit. Aber während wir in Deutschland den Fokus stark auf den internen Büroalltag legen zum Beispiel durch die papierlose E-Akte, Mülltrennung und Energiesparenwird das Thema in der Mongolei eher als echtes Outdoor-Teamevent gelebt.
Trotz dieses tollen Engagements in der Natur sehe ich bei meinem Praktikumsbetrieb im Bürogebäude selbst noch Luft nach oben. Das Umweltbewusstsein von draußen spiegelt sich drinnen noch zu wenig wider. Eine bessere Mülltrennung direkt am Platz und deutlich weniger Einwegplastik im Alltag würden hier noch viel bewirken.
Gleichzeitig nehme ich diese Erfahrung als schöne Idee mit nach Hause, von der ich in der Kanzlei einfach mal erzählen werde. So ein bezahlter Aktionstag für die Umwelt – quasi ein kleiner „Social Day“, an dem wir vielleicht gemeinsam beim „Rhein Cleanup“ mithelfen wäre doch auch für uns in Düsseldorf eine tolle Sache. Es würde der Umwelt direkt vor unserer Haustür helfen und unseren Teamgeist mal ganz locker abseits von strengen Fristen und Aktenbergen stärken.



