Das Leitungswasser im alten Stadtzentrum von Ulaanbaatar (UB) sollte aufgrund veralteter Rohrsysteme besser nicht getrunken werden. Aus diesem Grund nutzen viele Kanzleien in der Stadt Wasserfilter oder große Wassergallonen; abgepackte Flaschengetränke kauft man in der Regel nur, wenn man unterwegs ist. So steht auch in unserer kleinen Kanzleiküche in UB ein Wasserspender mit einer großen Plastikgallone, die über ein praktisches Mehrwegsystem geliefert, gereinigt und wiederbefüllt wird. Dies stellt einen deutlichen Kontrast zum Kanzleialltag in Düsseldorf dar, wo man für sauberes Trinkwasser einfach den Wasserhahn aufdrehen kann. In der Düsseldorfer Kanzlei tranken wir gefiltertes Leitungswasser oder nutzten schicke Glasflaschen aus einem regionalen Pfandsystem, die insbesondere für Besprechungen bereitstanden. Allerdings bringt das System der Einzelflaschen in Düsseldorf auch Nachteile mit sich: Oft werden viele Flaschen gleichzeitig geöffnet, dann aber nicht vollständig ausgetrunken. So stehen am Ende des Tages überall halbvolle Wasserflaschen herum, deren Inhalt ungenutzt weggekippt werden muss.
Trotz dieser unterschiedlichen Ausgangslagen gibt es eine zentrale Gemeinsamkeit: Beide Betriebe stellen ihren Mitarbeitern am Arbeitsplatz kostenfrei sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Die Unterschiede liegen vor allem in der Motivation. Während in Düsseldorf eher die Bequemlichkeit im Vordergrund steht, ist die Wasserversorgung im mongolischen Büro primär eine Frage der Gesundheitssicherheit. Dennoch ist es erfreulich, dass auch in UB auf Einwegplastik im Büro verzichtet und das Problem nachhaltig über das Mehrweg-Gallonen-System gelöst wird.
Aus diesen Beobachtungen lassen sich für beide Standorte gegenseitige Optimierungspotenziale ableiten. Da das Büro in UB recht klein ist, könnte die Kanzlei perspektivisch über die Anschaffung eines hochwertigen, kompakten Tisch-Filtersystems nachdenken, wie es ohnehin schon in vielen anderen Kanzleien vor Ort genutzt wird. Damit ließe sich die aufwendige Logistik der schweren Gallonen einsparen. Gleichzeitig kann die Düsseldorfer Kanzlei vom mongolischen Ansatz lernen: Die konsequente Nutzung von großen Mehrweg-Behältern oder Spendern anstelle von kleinen Einzelflaschen ist eine sinnvolle Maßnahme. Sie würde in Düsseldorf besonders bei internen Meetings nicht nur die Logistik vereinfachen, sondern auch verhindern, dass ständig halbvolle Flaschen verschwendet und ausgekippt werden.

