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Woche 6 ist vollbracht :)

Ich komme immer mehr in Paris an. Das gehört das ich mich mehr und mehr traue die Sprache in kleinen Happen zu nutzen.

Die Zusammenarbeit mit Nanna klappt super. Da Nanna einen großen Wert auf nachhaltige Materialien und Produktion legt, ist sie in naher und ständiger Kommunikation mit der Produktion in Italien. Da mich diese Herangehensweise in der Mode sehr interessiert bin ich natürlich sehr zufrieden so viel in diesem Bereich zu lernen. Nanna nutzt hauptsächlich Stoffe die „übrig geblieben“ sind. Das heißt, sie hat nicht die freie Auswahl an Mustern und Farben. Die ausgewählten Stoffe sind nicht nur limitiert in ihrer Menge, sondern nur von hochwertigen und ethisch vertretbaren Herstellern. Das stellt sicher, dass die Produkte auch wirklich eine hohe Qualität versprechen.

Es spielt gegen den heutigen Trend der „Fast Fashion“ und der Überproduktion mit schlechten Materialien. Das ist für mich persönlich sehr wichtig. Es tut gut und freut mich immer mehr Marken mit wahrer Qualität und liebe zur Sache kenne zu lernen.

Goedemiddag Amsterdam

Goedemiddag aus dem Office, diesmal aus Hudson. Dem höchsten, der insgesamt 3 Gebäude. Ich sitze diesmal in der 9. Etage im niederländischen Customer Service/Wholesale Operations. Es ist ganz lustig Gespräche mitzuhören, da niederländisch sehr ähnlich zu Deutsch und Englisch ist und ich verschiedene Wörter aufschnappen und ableiten kann. Ebenso ist es interessant die Bearbeitung verschiedenster Mails zu beobachten, da es sich in vielen Aspekten sehr zu unserer Herangehensweise in Deutschland ähnelt. Das Team hat mich direkt herzlich aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl. Generell bin ich bis jetzt nur auf sehr zuvorkommende und offene Menschen gestoßen. Was wohl meine liebste Beschäftigung hier im Office ist, ist leider essen. Ich nehme mir schon gar kein Frühstück mehr mit, da ich in unserem Mini Supermarkt alles bekomme was sich das Herz wünscht. Ebenso esse ich gefühlt wie ein König jeden Tag in unserem People’s place. Also bezüglich Essen kann ich mich wohl echt nicht beschweren 🙂

Hier auch nochmal ein Bild von meinem Ausblick von letzter Woche aus dem Büro Bryant Park.

Letzte Woche war es ja eigentlich geplant mit meinen Kollegen*innen after work ein paar Cocktails zu schlürfen. Jedoch war es der erste Tag seit meiner Ankunft, in dem ich nicht das Hotel wechseln musste und einfach mal das machen konnte worauf ich Lust habe. Deshalb entschied ich mich zum ersten Mal wirklich ohne Stress Amsterdam City zu erkunden. Ich bin mit dem Bus nach Feierabend an den HBF gefahren und bin davon aus in die Stadt gelaufen. Ich habe mir wirklich alle Zeit der Welt genommen, bin durch jedes noch so kleines Gässchen geschlendert und habe gefühlt jede Brücke und Boot 3-Mal fotografiert.

Eins muss man Amsterdam wohl lassen, gerade wenn es dunkel wird, sieht es nochmal besonders schön aus mit den ganzen Lichtern die auf das Wasser funkeln. Mein Wochenende hingegen habe ich Samstags in einem Museum verbracht und bin danach noch schön essen gegangen. Am Sonntag war so gutes Wetter, dass ich beschlossen habe in einen bekannten Park zu gehen mit meinem Lieblingsbuch und einfach nur die Sonne genießen und den Tag so ausklingen lasse. Auch bin ich nochmal „shoppen“ gegangen AN EINEM SONNTAG. Sowas ist ja wohl kaum vorstellbar in Deutschland und ich muss auch sagen, es hat sich irgendwie falsch angefühlt. Die Stadt ist generell immer sehr voll und manchmal ist es wirklich anstrengend, besonders wenn die Tram brechend voll ist und man einfach nur nachhause möchte. Generell merke ich am Tagesende wie erschöpft ich bin und liege dann nur noch in meinem Bett bereit zum schlafen wie eine alte Oma und nicht wie eine eigentlich „fitte“ 24-jährige.

Für die letzten Tage in Amsterdam habe ich nochmal ein Besuch zum Anne Frank Haus geplant, da es meiner Meinung nach ein Muss ist! Am Donnerstag wird es dann schon mein letzter Tag im Office sein, da mir freundlicherweise Freitags frei gegeben wurde, damit ich in Ruhe aus meinem Hotel auschecken kann und noch etwas in der Stadt bummel.

Unten füge ich noch ein paar Eindrücke der letzten Tage ein 🙂

Tot straks Michelle

Woche 5: Kollektion und Besuch

Diese Woche war viel los. Wir haben die Kollektion für die Kunden gepackt. Das heißt: Qualitätskontrolle, einpacken, Abholung und Versendung organisieren. So habe ich wirklich jeden Mantel mal kennen lernen können und sehen können wo die Mäntel eigentlich alles hingehen.

Ebenso waren wir bei einem Fotografen. Wir haben ein paar aufnahmen bei ihm in seinem Atelier gemacht. Hier wohnt und arbeitet er gemeinsam mit seinem Sohn und seine Frau. Hohe wände, viele Bücher und eine herrlich unorganisierte Stimmung. Mir gefällt es hier. Ich merke das der Fotograf wirklich für seine Arbeit lebt.

Ich merke das hier alles etwas mehr mit Gefühl und instinkt läuft. Das wird mit sicherheit auch damit zu tun haben das ich mit Kreativen und Künsterischen Personen arbeiten darf. Ich freue mich sehr über diesen Einblick und fühle mich dadurch inspiriert.

Diese Woche war meine Mutter zu besuch. Sie musste selber in Paris arbeiten da die Paris Fashion Week zu gange war. Es war schön mit ihr gemeinsam Essen zu gehen und ein Stück Heimat hier zu haben.

Die vierte Woche geht zu neige..

Jetzt ist es bereits ein Monat in Paris. Ich habe meine morgenltiche Routine gut drin. Weiß wo ich welche Metro nutzen muss um zur Arbeit zu kommen. Kenne mittlerweile die Stationen gut. Hier fährt die Metro wirklich alle zwei minuten und somit ist es leichter von A nach B zu kommen.

Diese Woche hat auch ein Sprachkurs für mich angefangen. Wir sind ca 20 Schüler.innen. Der Kurs ist praktisch 3. minuten zu Fuß entfernt von meinem Büro bei Nanna- das ist super und praktisch in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Je m’appelle Carlotta. Je suis allmande et j’ai vingt-quatre ans. J’aime la mode, la musique et la cuisine. 🙂

Ich lerne viel und merke das es mir hilft bereits Spanisch in der Schule gelernt zu haben. Die Klasse ist gefüllt mit Menschen aus der ganzen Welt. Es macht spaß zusammen zu lernen und zu verstehen. Pierre, unser Lehrer, spricht eigentlich nur Französisch mit uns. Was natürlich nicht immer ganz leicht ist! Aber ich bin davon überzeugt das ich schnell lernen werde.

Die dritte Woche!

Die Zeit geht schnell um. Ich merke gar nicht das es bereits meine dritte Woche in Paris ist!

Ich war viel mit Nanna unterwegs in der Stadt. Wir haben uns über Marken ausgetauscht und ich sie mit Fragen gelöchert: Woher weiß ich dass das Cashmere gut hergestellt wurde? Woher beziehst du deine Stoffe und wie weißt du das diese wirklich gut sind? Vertraust du in die Herstellung?

Es ging viel um Ethik in der Mode. Ebenso auch um das Konsumleben unserer heutigen Zeit und der Umgang damit. Es ist ein erfolgreicher und immer weiter zu führender Austausch! Ich merke wie sehr Nanna mir helfen kann bezüglich vieler Fragen in der Mode Welt.

Ich habe Ware für sie bei einem Kunden in der Nähe des Eiffel Turms gebracht- das war super. Ein direkter Austausch und zu sehen wo die Mäntel am Ende des Tages verkauft werden!

Ich merke das ich immer weiter ankomme und immer mehr Fuß fassen kann!

Woche Zwei!

..unter weiter gehts. Die erste Woche ware geschafft!

Ich habe mein Wochenende mit umherschlendern und viel Essen verbracht. Hier mal ein Croissant da mal ein Kaffee… es war toll! Ich merke jedoch auch schnell- die Stadt ist groß und in jeder Ecke gibt es was zu entdecken! Jedes Restaurant und jeder Laden hat was zu bieten und es ist noch schwierig zu wissen was genau man eigentlich möchte.

Diese Woche war ein Freund, der bereits zwei Jahre in Paris gelebt hat, zu besuch. Wir haben viel Zeit zu Fuß verbracht, sind quer durch die Stadt gelaufen ohne richtigen Weg. Einen Tag waren es sogar 5 Stunden schlendern!

Wir haben Läden erforscht, waren im Museum und haben den Eiffel Turm besucht. Dieser gefällt mir tatsächlich eher von weiter weg in seiner vollen Pracht.

Meine erste Woche bei Nanna

Fangen wir mal von vorne an…

Meine ersten Tage bei Nanna gaben mir ein gefühl von Willkommen sein, viele Fragen sowie einem gemeinsamen Austausch. Es ging um ihre Arbeit und ihr Leben in Paris, sie wohnt bereits seit ca 20 Jahren hier. Ebenso habe ich erzählt von meinem Weg bis zu ihr, was mich anstrebt und begeistert im Leben. Ich konnte ihre Kollektion kennen lernen und bereits einige kleine Aufgaben erfüllen. Wir haben klein und langsam angefangen- sozusagen ein eingewöhnen für beide. Da Nanna selbständig und alleine arbeitet war es auch für sie neu mit einer weiteren Person so nah zusammen zu arbeiten.

Nanna Pause SAS ist eine Kollektion aus Mänteln mit verschiedenen Styles. Ebenso sind die Stoffe und somit Muster unterschiedlich und je Kunde variierend. Nanna legt großen wert auf sorgfaltige Produktion mit ausgewählten Materialien- das inspiriert mich besonder!

All in all war meine erste woche super. Ich bin müde von den vielen Eindrücken und merke das ich noch eine weile brauche um wirklich anzukommen!

Amsterdam dag 4

Donnerstag, 06.10.2022. Der nun 4. Tag in Amsterdam ist angebrochen und das Wetter könnte nicht besser sein. Die Sonne scheint auf den IJ im Hafen und das Wasser funkelt. Von den Büroplätzen hat man den perfekten Ausblick auf Amsterdam Hafen und Umgebung und es lässt sich angenehm arbeiten. Für diese Woche bin ich im Gebäude Bryant Park, welches das kleinste von 3 Gebäuden ist. Es verfügt über einen kleinen Supermarkt im Erdgeschoss, eine eigene Café Station, wo ein Barista frischen Kaffee zubereitet und vieles mehr. Im Gegensatz zu unserem Deutschen Office, wird hier jedes Obst kostenlos angeboten und man kann sich so viel mitnehmen wie man möchte. Auch bezüglich unserer Kantine gibt es mehrere Unterschiede. In Deutschland haben wir die Auswahl zwischen einem Gericht mit Fleisch für 5€ und einem vegetarischen Gericht für 4,50€. In Amsterdam bezahlt man 6€ und darf sich dafür alles aussuchen. Es gibt immer ein Gericht des Tages welches unterteilt ist in einem Gericht mit Fleisch und die andere Option ist sogar direkt Vegan, also perfekt für jeden Vegetarier & Veganer! 🙂 Es gibt eine Sandwich-Station, eine Salat-Station, eine Pasta-Station und eine Asia-Station. Alles ist aufgebaut wie eine Art Büffet und man darf sich für nur 6€ so viel essen nehmen wie man möchte, quasi wie ein All-you-can-eat aber in Fancy mit 5-Sterne essen. Im Oktober ist ebenso Black-History Month, was auch in Amsterdam den ganzen Monat zelebriert wird. In verschiedenen Aspekten wird immer etwas Geschichte mit einbezogen. So gibt es auch unten in der Kantine oder wie hier gesagt wird „peoples place“ afrikanische und jamaikanische Gerichte.

Was mir wohl am meisten hier gefällt, ist das es hier so International ist. Im Büro wird hauptsächlich nur Englisch miteinander gesprochen und wohl die Minderheit von Niederländern sprechen ggf. niederländisch untereinander. Bedeutet, ich habe noch nicht wirklich ein Wort niederländisch gelernt bis jetzt. Welche Nationalität wohl am meisten hier vertreten ist, ist tatsächlich italienisch. In dem Team wo ich mich gerade befinde (Market Operations) könnten die Nationalitäten nicht unterschiedlicher sein. Es ist Griechenland, Italien, Polen, Deutschland, Japan, England, Vietnam und die Niederlande vertreten. So kann man am Mittagstisch spannende Gespräche führen und mehr über die verschiedenen Kulturen meiner Kollegen*innen herausfinden.

Auch meine Hotel Suche war nun endlich erfolgreich. Ich habe ein Hotel, welches ein Stück weiter weg ist vom Headquarter für den Rest des Praktikums gefunden. Bedeutet, ich muss nicht mehr gefühlt jede 2. Nacht wieder von vorne anfangen meinen Koffer zu packen und in ein anderes Hotel wechseln. So kann ich mich nun endlich auf mein Praktikum voll und ganz fokussieren und schon mal mein Wochenende planen, in dem ich Museen etc. besuchen möchte.

Nun werde ich aber erstmal heute Abend mit meinen Kollegen*innen den Abend ausklingen lassen und Cocktails trinken. Denn jeden Donnerstag werden kostenlos Cocktails & Mocktails für Afterwork zur Verfügung gestellt mit DJ. Bilder folgen dann nächste Woche 🙂

Goedemorgen Amsterdam

Meine erste Praktikum Woche von insgesamt 2 in Amsterdam ist nun angebrochen. Ich arbeite für diese Zeit in unserem Headquarter für Europa.
Mein Start war leider etwas chaotisch. Erst habe ich mein Zug verpasst und danach kam ich in ein Hotel, was leider gar nicht den Fotos auf der Website entsprach..die Kirsche auf dem Sahnehäubchen war aber leider, dass ich morgens aufgewacht bin mit Bettwanzen in meinem Bett. Mein ganzer Körper war leider voller Bisse und hat gejuckt. Deshalb musste ich dann schon nach einer Nacht mein Hotel wechseln was leider auch nur für 2 Tage verfügbar ist. Bedeutet ich kann am Mittwoch mir erneut ein neues Hotel suchen. Der Start ist zwar holprig, aber ich versuche das Beste daraus zu machen. 

Mein erster Tag im Büro war hingegen perfekt. Die Firma befindet sich im Hafen von Amsterdam und geht über 3 große Gebäude, die nach bekannten New Yorker Stadtteilen benannt wurde (Bryant Park, Manhattan, Hudson). Generell kann man wohl Amsterdam und Deutschland in dem Aspekt Nachhaltigkeit und Technologie nicht vergleichen. In unserem Office in Düsseldorf wird ebenfalls sehr auf Nachhaltigkeit geachtet wie zum Beispiel keine Plastikverpackungen mehr, Essen wird an Charity's gespendet und es wird nur von regionalen Bauern Lebensmittel für unsere Kantine bezogen. In Amsterdam ist dies nochmal eine andere Sache. Hier gibt es sogar einen eigenen Garten auf dem Hudson Gebäude um frisches Gemüse und andere Plfanzen anzubauen. Alleine schon, dass wohl jeder 2. hier mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt und der Rest mit dem Bus oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, zeigt, dass die Niederländer Ihren ökologischen Fußabdruck sehr ernst nehmen. Ebenso gibt es keine Kuh-Milch mehr im Office sondern eine Alternative aus Erbsen Protein. 
PVH ist das Mutterunternehmen für Tommy Hilfiger und Calvin Klein, bedeutet es ist in der Modebranche tätig. Es ist kein Geheimnis, dass die Modebranche immer noch zu den umweltschädlichsten Branchen derzeit gehört. PVH hat sich zur Aufgabe gemacht so gut es geht sich auf Nachhaltigkeit umzustellen. "Foward Fashion" ist das Motto. Ein Beitrag dazu findet man unter:
https://www.pvh.com/responsibility/zero

Mein erster Monat in Paris

Auch wenn es nur ein kleiner Abschied ist, war es erstmal ein komisches Gefühl mit großen Gepäck in das neue Zuhause zu verreisen. Schnell habe ich meine neuen Mitbewohner kennen gelernt und wurde warm empfangen.
Die Stadt zu entdecken und zu verstehen war erst ein kleines wirr warr, doch bald wusste ich immer mehr welchen Straße nun zu meiner Haustür führt und wo ich meinen liebsten Kaffee trinke.
Die Arbeit bringt mir viele neue Eindrücke und ich lernen rasend dazu. Man kann sagen ich fühle mich mittlerweile sehr wohl hier in meiner neuen Wahlheimat.
Noch immer sauge ich alles gespannt auf und lerne neue Ecken kennen- es gibt so viele Restaurants und Cafes, da kommt man gar nicht hinterher. Also lasse ich mich in meiner Freizeit meist treiben und folge dem Instinkt.
Auch etwas Kunst konnte ich entdecken und habe festgestellt das ich als ü. 26 jährige bei vielen Museen die Möglichkeit habe umsonst die Ausstellungen zu sehen- was natürlich super ist!

Ich freue mich und bleibe gespannt. Auch der Herbst und Winter sollen schön hier sein!



Paris

Das Ende der Reise

Montag, 15.08.
Da ich am Sonntag meinen Koffer nicht aus dem Schließfach bekommen habe (der Automat hat das Geld nicht angenommen, also dachte ich, das Personal hätte den raus geholt), habe ich das Montagmorgen gemacht. Eine halbe Stunde hat es gedauert, bis das geregelt war. Insgesamt hat es mich 26 Euro gekostet, den Koffer von Donnerstag bis Montag dort zu lagern.
Mein Plan war gewesen, um 8.00 Uhr den Shinkansen nach Osaka zu nehmen, der braucht nämlich drei Stunden, dann die Sachen zum Hotel bringen, zurück zum Bahnhof und eine Stunde bis nach Nara fahren. Da der Koffer aber verdammt schwer war und ich absolut keine Lust hatte den mit bis nach Hiroshima und zurück zu schleppen, habe ich neue Klamotten in meinem Rucksack gepackt und bin zum Hotel gelaufen, in dem ich die letzte Nacht am Freitag, 19.08., verbracht habe. Dort habe ich den Koffer abgeliefert, bin zurück zum Bahnhof gehechtet und habe einen Sitzplatz im Zug reserviert. Um 10.03 Uhr habe ich dann, zwei Stunden später als geplant, Tokyo verlassen. Somit war ich auch zwei Stunden „zu spät“ in Osaka, erst um 13.00 Uhr. Den Plan, den Rucksack zum Hotel zu bringen, habe ich deswegen verworfen. Stattdessen habe ich ihn am Bahnhof eingeschlossen und bin in den nächsten Zug gestiegen, sodass ich um 14.00 Uhr endlich in Nara angekommen war.

Nara.
Die Stadt der Hirsche und bis 784 Hauptstadt Japans.
Mit dem Zug dauert es 50 Minuten, von Osaka bis ins 30 Kilometer entfernten Nara. Von dem Bahnhof läuft man ein paar Minuten Richtung Park, wo dann auch schon der erste Sika-Hirsch mitten über die Straße läuft. Im Park selbst wimmelt es nur von ihnen – und von Touristen, die Hirschkekse kaufen. Sobald man welche hat, stürmen alle Hirsche in der Nähe auf einen zu. Ist man nicht schnell genug, wird auch schon mal das T-Shirt gefressen. Sobald alle Kekse weg sind, ist man aber uninteressant für die Tiere.
Sehr lustig anzusehen, wenn die Leute vor den Hirschen weglaufen, weil sie von ihnen belagert werden. Die wissen doch, dass das passiert.
Ich habe keine Kekse gekauft, nicht weil es mir die 200 Yen nicht wert gewesen wäre, sondern weil die Tiere teilweise nicht sonderlich gesund aussehen und schon mehr als genug Kekse bekommen.


Nachdem ich haufenweise Fotos gemacht habe, bin ich zum Todai-ji gegangen, dem größten Holzgebäude der Welt. Die Straße dorthin wurde grade gereinigt, denn viele Hirsche heißt auf viel Hirsch-Scheiße. Die Tiere sind wohl so heilig, dass ein Mann sogar einen hübschen Haufen neben dem Tor fotografiert hat. Wer nicht reintreten will, muss schweben.

Ab in den Tempel, wo ein 15 Meter großer Buddha sitzt. Eine Runde um ihn herum gelaufen und wieder raus.

Der Todai-ji


Dann bin ich zum Kasuga Schrein gelaufen. Auf dem Weg dorthin, der relativ lang ist, stehen hunderte von Steinlaternen. Diese werden zweimal im Jahr angezündet und am Montag war einer dieser Tage. Obon hatte geendet und das wurde gefeiert. Dass es sich um diese Laternen handelte, die angezündet wurden, erfuhr ich erst auf dem Weg runter wieder. Mein Freund Google hat es mir verraten, der Aufseher hat dann gesagt, sie werden um 19.00 Uhr angezündet. Ich hatte noch 1,5 Stunden totzuschlagen. Also den Weg vom Schrein wieder zurückgelaufen und was zu Essen gesucht. Dadurch das es Abend wurde, legten sich viele Hirsche hin, sodass man sie jetzt auch anfassen konnte, ohne sie mit Keksen bestechen zu müssen. An einem Stand ein Okonomiyaki gekauft und mit einem aufdringlichen Hirsch darum gekämpft. Er wollte das so sehr haben, dass er sogar in die Styroporpackung gebissen hat.
Nach dem Essen dann wieder zurück zum Schrein, zusammen mit hundert – wahrscheinlicher sogar tausend – Menschen. Jede Laterne war von Hand mit einem Teelicht angezündet worden. Oben am Schrein bildete sich eine lange Schlange. Die war glaube ich für einen Gottesdienst. An dem habe ich nicht teilgenommen (die Teilnahme kostet nämlich Geld?!?!) und die Schlange war wirklich lang. Also ein weiteres Mal runter und zurück zum Bahnhof. In Osaka den Rucksack aus dem Schließfach geholt und zum Hotel gelaufen.

Die Steinlaternen

Dienstag, 16.08.
Osaka
Nach Tokyo und Yokohama die drittgrößte Stadt Japans.
Von dem, was ich vorher gelesen habe, habe ich mir die Stadt schlimmer vorgestellt. Es hieß, sie habe nur Hochhäuser, keine wirklich traditionellen Flecke und nicht viel Grün. Sie sei einfach aus Beton.
Was das angeht, wurde ich positiv überrascht. Ja, in Osaka stehen viele Hochhäuser – in Tokyo aber auch. Und da es in Osaka ein Limit für deren Höhe gibt, kommt einem die Stadt nicht so eng vor. Parks habe ich tatsächlich keinen gesehen, in Tokyo gibt es aber auch nicht sooo viele. Und wenn, dann sind sie entweder riesig oder winzig.
Zumindest für einen Tag, den ich hier verbracht habe, war es besser als erwartet.

Was auffällt: die Stadt ist dreckig. In etwa, wie eine Deutsche Großstadt. Überall sind schwarze Flecken auf dem Boden, wo mal Kaugummis hingespuckt wurden, und es liegen haufenweise Zigarettenstummel herum. In fast allen Städten ist das Rauchen verboten und nur in gekennzeichnete Zonen erlaubt. In Osaka wird aber quasi überall geraucht. Vielleicht ist das die rebellische Seite der Stadt, die ihr immer nachgesagt wird – Regeln brechen.
Schon erstaunlich, wie schnell man sich an die Sauberkeit gewöhnt. Umso mehr fällt es dann auf, wenn es auf einmal nicht mehr sauber ist, und irgendwie stört es dann auch.
Generell gibt Osaka einem das Gefühl, als würde es sich von dem Rest des Landes abheben oder distanzieren wollen. Angefangen damit, dass man nur hier auf der rechten Seite der Rolltreppe steht (überall anders steht man links. Es gibt unterschiedliche Theorien, warum man das in Osaka anders macht) bis dahin, dass sogar die Ampeln andere Töne machen, als im Rest des Landes.

Angefangen habe ich an der Burg. Am Hotel konnte ich mir ein Fahrrad ausleihen und damit dorthin fahren. Von Außen ist die Burg wirklich schön (knapp 50 Meter hoch) von Innen sieht man davon nichts mehr. Sie wurde zu einem Museum umgebaut, was die Geschichten der Burg – und so eines Typen, dessen Namen ich vergessen habe, der aber irgendeinen Bürgerkrieg beendet und das Land geeint hat – erklärt. Von dem ursprünglichen Aussehen des Inneren ist leider nichts mehr übrig.

Burg Osaka

Danach Richtung Dotonbori, dem bekanntesten Viertel der Stadt.
Dort musste ich erst einmal das Fahrrad loswerden. Überall in Japan sind Schilder, dass Fahrräder parken verboten ist dort und es andernfalls abgeschleppt wird. Durch Zufall eins gesehen, wo ein Rad und ein Aufzug drauf waren. Also hinterher, mit dem Fahrrad in den Aufzug und im Keller des Gebäudes war ein Parkplatz für Fahrräder. Natürlich kostenpflichtig. Egal was man in Japan parken will, man muss dafür bezahlen. Es waren allerdings nur 150 Yen (knapp über 1€) für sechs Stunden, also wirklich sehr günstig.

Auf der Ebisu Brücke ein Foto gemacht und gewundert, was die Leute auf der anderen Seite denn alle fotografieren – den Glico Mann. Das Maskottchen der Firma, die Pocky (in Deutschland bekannt als Mikado) und andere Süßigkeiten herstellt. Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass es sich dabei um eine Statue und nicht um eine Werbetafel handeln würde und hätte ihn ohne die anderen Leute daher wahrscheinlicher übersehen. Das obligatorische Foto gemacht und weiter, durch die Straßen.

Und hier kam die verrückte Seite Osakas zum Vorschein. An allen Ecken gibt es Takoyaki (Oktopusbällchen) zu kaufen, vor den Läden bilden sich regelmäßig Schlangen. Und darüber sind riesige Oktopoden. Das geht die ganze Straße lang.

Dotonbori


Es war erst 14.00 Uhr und ich wusste nicht, wohin mit der Zeit. Also zum Namba Yasaka Schrein gelaufen und von da aus zum Tsutenkaku, dem Wahrzeichen der Stadt und dem wirklich hässlichsten Turm, den ich jemals gesehen habe. Trotzdem habe ich die 900 Yen bezahlt, um hoch zu fahren und aus knapp 100 Metern die Stadt ansehen zu können.

Wie hässlich ist dieser Turm bitte?


Danach habe ich mich auf den Weg nach America-mura gemacht, einem kleinen Stadtteil, der nach dem Krieg sehr von den Amerikanern beeinflusst wurde. So sehr, dass auf einem Gebäude sogar eine kleine Replika der Freiheitsstatue steht. Dort ist es laut (und dreckig). Hauptsächlich Englische Musik kommt aus den Läden, die allesamt importierte amerikanische Kleidung und anderen Kram anbieten. Komischerweise habe ich mich dort ziemlich wohl gefühlt. Womöglich, weil es so ein großer Kontrast zu dem sonst so ruhigen und geregelten Japan ist. Zum Schluss habe ich noch Okonomiyaki (neben Takoyaki Osakas Spezialitäten) gegessen, das Fahrrad abgeholt und bin zurück zum Hotel.

Die Freiheitsstatue in America-mura

Mittwoch, 17.08.
Himeji
Ich habe mich um 10.00 Uhr in den Zug Richtung Hiroshima gesetzt und bin in Himeji ausgestiegen. Dort gibt es eine Burg, die als eine der schönsten in ganz Japan bezeichnet wird. Und da ich die Zeit hatte, habe ich diese besichtigt. In dieser Stadt, die etwa 100 Kilometer von Osaka entfernt ist, steht man auf Rolltreppen auch auf der rechten Seite (zumindest im Bahnhof).
Wenn man den Schildern im Bahnhof zum entsprechenden Ausgang folgt, sieht man auch schon die Burg. Ich habe die mir größer vorgestellt, tatsächlich ist sie sogar etwas kleiner als die von Osaka, insgesamt 46,4 Meter hoch. Für die meisten Leute, sehen die beiden Burgen wahrscheinlich ziemlich gleich aus. Das Dach der Burg in Osaka ist grün, das der von Himeji weiß. Das wäre es zumindest, wenn es nicht so dreckig wäre.
Die Burg wurde in Kriegen nie zerstört und ist deswegen eines der ältesten erhaltenen Bauwerke des 17. Jahrhunderts.

Die „Weißer Reiher Burg“

Beim Ticketkauf muss man sich entscheiden, ob man nur die Burg anschauen will oder auch den Garten daneben, für 50 Yen extra. Wenn man das Ticket für den Garten bei diesem extra kauft, kostet es um die 300 Yen. Es lohnt sich auf jeden Fall, beides zu machen.
Beim Kauf des Tickets hat eine Angestellte mich darauf hingewiesen, dass es knapp zwei Stunden dauert, bis man durch ist. Also hinter dem Eingang am Automaten eine Flasche Wasser gekauft, die nicht vollkommen überteuert war, und los.
Im Inneren der Burg sind Schuhe verboten, die trägt man in einer Plastiktüte mit sich herum. Die meisten Räume sind leer, nur in einigen sind Informationen über die Burg zu sehen. Dann geht es mehrere steile Treppen nach oben, wo man aufpassen muss sich nicht den Kopf zu stoßen, damit man von ganz oben auf die Stadt gucken kann. Danach wieder runter und in den Garten. Dort gibt es mehrere unterschiedliche Gärten, die allesamt typisch japanisch aussehen.
Im Souvenirladen wurde ich Opfer des süßen Maskottchens, dann bin ich zurück zum Bahnhof gegangen und saß gegen 16.00 Uhr im Zug, diesmal tatsächlich nach Hiroshima, dem letzten Ziel auf meiner Reise.

Donnerstag, 18.08.
Hiroshima
Eine schöne Stadt, mit einer sehr traurigen Geschichte. Ich habe fast durchgängig mit den Tränen gekämpft, während ich durch den Friedensgedenkpark und das Museum gelaufen bin.
Mein erster Stopp war der Orizuru ( = Papierkranich) Tower. Dieser wurde direkt hinter der Atombombenkuppel/ A-Dome gebaut. Von dort aus hat man eine gute Aussicht über die Stadt und den Friedenspark.
Für Ausländer gibt es einen Rabatt (1.200 statt 1.700 Yen, circa 8,70 €) und das Papier für einen Origami-Kranich ist im Preis direkt mitinbegriffen. Oben angekommen bekommt man ein Blatt Papier, aus dem man einen Kranich faltet und den man in das Fenster, welches auf Bodenhöhe ist, fallen lässt.
Der A-Dome war damals nur 160 Meter vom Hypozentrum/ Bodennullpunkt/ Ground Zero entfernt, wo die Bombe in 580 Metern Höhe detoniert ist. Dadurch wurde er nicht vollkommen zerstört, weil die Explosion fast senkrecht auf ihn eingewirkt hat.

Der A-Dome mit dem Orizuru Tower im Hintergrund

Aber warum gibt es eigentlich überall Kraniche?
Sadako Sasaki war zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs 2,5 Jahre alt und wuchs danach als scheinbar gesundes Mädchen heran. Im Januar 1955 wurde bei ihr Leukämie diagnostiziert, eine bei Überlebenden des Atombombenabwurfes häufig auftretende Krebserkrankung.
Sadakos beste Freundin erzählte ihr von einer alten japanischen Legende, nach der derjenige, der 1.000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme. Sadako begann daraufhin, während ihres mehrmonatigen Krankenhausaufenthaltes Papierkraniche zu falten. Nachdem sie innerhalb von weniger als einem Monat 1.000 Kraniche fertiggestellt hatte, setzte sie ihre Arbeit in der Hoffnung auf Heilung fort. Ihr Bruder Masahiro Sasaki spricht von insgesamt rund 1.600 Kranichen, die Sadako bis zu ihrem Tod faltete.
Sie starb am 25. Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren.
Seitdem wurden Origami-Kraniche zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg.

Danach ging es zur Friedensglocke und zum Kinderfriedensdenkmal. Dieses ist für alle Kinder, die durch die Atombombe gestorben sind.
Nach Sadakos Tod haben sich ihre Mitschüler dafür eingesetzt, dass dieses Denkmal gebaut wird. 3.100 Schulen haben Geld gespendet, um es zu realisieren. Es wurde am „Kodomo no hi“ (Tag der Kinder) 1958 eröffnet.
Oben drauf befindet sich eine Statue von Sadako, die einen Kranich hält.

In jede dieser Boxen beim Kinderfriedensdenkmal kann man seine eigenen Kraniche legen

Dann zur Flamme des Friedens. Das Feuer soll erst ausgehen, wenn der Tag kommt, an dem alle Atomwaffen von der Erde verschwunden sind. Es wäre schön, wenn man sie bald löschen könnte. Doch wahrscheinlich wird dieser Tag nie kommen.

Das Kenotaph mit der Flamme des Friedens und dem A-dome im Hintergrund

Anschließend ging ich in das Friedensmuseum. Dort habe ich kaum Fotos gemacht. Einerseits, weil man bei alldem, was man dort sieht, nicht daran denkt, andererseits, weil es sich falsch und respektlos angefühlt hätte. In dem Museum gibt es Informationen von der Entwicklung der ersten Atombome (die Entdeckung der Kernspaltung, ein Brief von Einstein an Roosevelt), über die Geschehnisse am 6. August 1945, die Geschichte Hiroshimas und diverse Sonderausstellungen. In keinem anderen Museum, in dem ich bisher war, habe ich die Texte so aufmerksam gelesen, wie in diesem.

Mein letzter Stopp im Friedenspark war die Gedenkhalle für die Atombombenopfer. Davor ist eine Uhr abgebildet, die 8.15 Uhr anzeigt. Dem Zeitpunkt, zu dem die Katastrophe geschehen ist. Innen drin geht man einen spiralförmig Gang hinunter und endet in einem Raum, in dessen Mitte eine weitere Uhr steht. Über diese fließt Wasser, als Zeichen für die Verstorbenen. An der Wand ziert sich ein riesiges Mosaik, das Hiroshima nach der Detonation zeigt. Es wurde aus 140.000 Fliesen hergestellt, denn so viele Menschen starben Schätzungsweise bis Ende 1945 durch die Bombe beziehungsweise deren Folgen.
Dort wird auch ein Film gezeigt, über sechs Männer, die die Explosion aus unterschiedlichen Entfernungen erlebt und Fotos geschossen haben.

8.15 Uhr am 6. August 1945. Ein Schicksalschlag für die Menschheit

Danach führte mein Weg mich zur Burg. Diese ist circa 700 Meter vom Ground Zero entfernt gewesen und wurde vollkommen zerstört, aber 1958 originalgetreu wiederaufgebaut.
Den Abschluss des ersten Tages machte der Shukkei-en, ein großer japanischer Garten mit vielen Koi und Schildkröten. Das Futter, das ich gekauft habe, war eigentlich für die Fische gedacht, doch ich habe es hauptsächlich den Schildkröten gegeben.

Burg Hiroshima

Ein bisschen bereue ich es doch, nicht während meines Trips am 6. August von Kyoto nach Hiroshima gefahren zu sein, um bei der Gedenkzeremonie teilzunehmen. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit wann anders noch einmal.

Freitag, 19.08.
Mein letzter voller Tag in Japan. Morgens habe ich mich in den Zug nach Miyajima gesetzt, eine Insel etwa 20 Kilometer westlich von Hiroshima. Dort gibt es den Itsukushima Schrein mit einem der am häufigsten fotografierten Motive in Japan: einem großen, roten Torii Tor, das im Wasser steht.
Allerdings wurde ich enttäuscht. Denn seit Ende 2019 bis Dezember diesen Jahres werden Teile des Schreins und das Torii restauriert, sodass es komplett von einem Gerüst verdeckt wurde. Es macht also immer Sinn, sich vorher zu informieren, welche Sehenswürdigkeiten gerade restauriert werden. Das passiert in Japan nämlich recht häufig.

Daher habe ich mir den Schrein nicht angeschaut. Dieser ist auf Stelzen gebaut und steht bei Flut, wie das Tor auch, im Wasser.
Stattdessen bin ich in das Aquarium gegangen, wo mir wieder bewusst wurde, warum ich solche, oder auch Zoos, eigentlich nicht besuche. Das ist einfach nicht schön für die Tiere.

Der Schrein auf Stelzen während Ebbe

Danach bin ich zurück zur Fähre gegangen. Viel früher als ursprünglich geplant. Um 14.11 Uhr in Hiroshima in den Shinkansen gestiegen und 4,5 Stunden später im 800 Kilometer entfernten Tokyo wieder angekommen.
Der Fuji hat sich leider wieder in den Wolken versteckt. Erst als der Zug bereits 60 Kilometer an ihm vorbei war, konnte man die Spitze zwischen den Wolken sehen.
Zum Abschluss gab es noch einmal Ramen und danach habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Kakerlake gesehen, als sie über den Gehweg gelaufen ist.

Fujisan aus 60km Entfernung

Samstag, 20.08.
Morgens um kurz nach sieben aus dem Hotel ausgecheckt, da der Flug bereits um elf ging. Mit dem Zug zum Flughafen, da das Handy per Kurier zurück an Tatsuya geschickt und anschließend zum Check-In gelaufen. Wenig später durch die Sicherheitskontrolle und dann hieß es warten.
Ich habe mal gelesen, dass wir Menschen ein Talent dafür haben, immer und überall unseren Namen zu erkennen, wenn der gerufen wird. Bei mir hat es am Gate zwei Durchsagen gebraucht, bis ich ihn verstanden habe. Dort wurde mir gesagt, dass irgendwas mit meinem Sitzplatz im Flugzeug ist, weswegen ich in die Business Klasse geschoben wurde. Gebucht wat Premium Economy, weil das zu dem Zeitpunkt günstiger war als Economy. Was soll ich sagen: Der beste, wenn auch mit 14 Stunden längste, Flug meines Lebens. Man kann den Sitz so weit verstellen, dass man tatsächlich liegt, hat einen großen Fernseher, den man über einen Controller oder per Touch steuern kann, und es gibt ein 3-Gänge Menü.
Es hat mich sowieso gewundert, dass der Flug für 14:15 Stunden angesetzt war, der Hinflug hat ja nur 11:40 Stunden gedauert. Dann kam die Durchsage, dass wir über Alaska und Grönland fliegen würden. Ich habe also gedacht, es geht über Amerika zurück. Aber nein, es ging über den Nordpol. Somit hatte ich leider keine Chance, noch einen Blick auf den Fuji zu werfen. Warum wir diese konische Route genommen haben, weiß ich nicht, die war nämlich knapp 3.000 Kilometer länger, als der Weg über Asien.

Grönland

Wirklich mehr als auf dem Hinflug habe ich auch diesmal leider nicht geschlafen.
In Zürich angekommen in das Flugzeug nach Frankfurt gestiegen und dort mit einer halben Stunde Verspätung um 21:40 Uhr gelandet. Dort den Koffer geholt und den ICE nach Hause genommen. Damit war meine Japanreise dann nun endgültig vorbei.

Mein Fazit:
Japan ist nicht so verrückt, wie man denken mag. In meinen vier Wochen hier habe ich haufenweise Automaten gesehen, aber keinen einzigen, der getragene Unterwäsche anbietet. Ich habe auch keinen Zug gesehen, der mit Anime Charakteren bedruckt ist. Und auch niemanden, der einen Spritzschutz beim Ramenessen um das Gesicht hat.
Die Japaner sind auch nur Menschen. Und das, was über sie im Internet zu finden ist, sind natürlich immer die außergewöhnlichen Sachen. Wenn man nach Deutschen sucht, kommen bestimmt auch Bier und Lederhosen.
Generell sind die Japaner aber sehr rücksichtsvoll und super hilfsbereit.

Und hier noch eine Auflistung von Sachen, die ich (nicht) vermissen werde:

Was ich vermissen werde:

  • kostenloses Wasser in Restaurants. Auch wenn Japan für jemanden wie mich mit empfindlichen Zähnen das falsche Land ist, weil alles eiskalt ist
  • Getränkeautomaten an jeder Ecke. Ohne würde wohl die Hälfte der Japaner verdursten. Die Automaten zu haben, ist hier aber auch wirklich nötig, bei den Temperaturen im Sommer. Denn wenn man das Wasser erst mal eine Weile mit sich rumschleppt, und es gefühlt 30 Grad hat, ist es auch nur noch ekelhaft. Seit ich Kawasaki verlassen hatte, habe ich mich ausschließlich auf diese Weise mit Wasser versorgt.
  • Die Pünktlichkeit der Züge. Klar, die haben auch mal Verspätung, aber im Normalfall sind es unter fünf Minuten. Ausfallen tun sie selten. Ja, ich weiß, die Shinkansen haben hier ihre eigenen Gleise und müssen sich die nicht mit den anderen Zügen teilen, aber irgendwie könnte man das in Deutschland doch auch optimieren. Außerdem haben die super viel Beinfreiheit. Und da es ein entsprechendes Foto im Internet gibt: er fährt nicht so sanft und glatt, dass eine Münze nicht umfällt
    Die Busse in Sendai hatten dafür häufig Verspätung. Vor allem der Loople. Der hat aber auch quasi jede rote Ampel mitgenommen
  • die Hilfsbereitschaft der Japaner. Selbst wenn sie kein Englisch sprechen, erklären sie einem dem Weg so gut es geht oder begleiten einen sogar dahin. Und wenn man erst einmal eine Weile hier ist, dann eignet man sich das an, das genauso zu machen. Als mir eine Frau den Weg erklärt hat, ich sie aber nicht verstanden habe, hat ein Inder, der hier lebt, übersetzt und mir gezeigt, wo ich lang muss
  • Klimaanlagen. Der Retter im Sommer, den es überall gibt
  • kein Trinkgeld geben zu müssen. Das machen und ausrechnen zu müssen, wie viel man geben muss, nervt mich. In Japan gilt das als Beleidigung
  • kostenlose, saubere, öffentliche Toiletten
  • Das Essen aus Kunstharz, was in vielen Fenstern der Geschäfte steht. Sowas sollte es in Deutschland auch geben.
  • Wie behindertenfreundlich das ganze Land ist. Durch jede Stadt, die Bahnhöfe und teilweise auch Einkaufszentren ziehen sich gelbe Hilfslinien für Sehbehinderte, fast überall gibt es Aufzüge und Rampen für Rollstuhlfahrer. Die Toiletten, wo man sein Kind in einen Sitz setzen kann und die Wickeltische in Herrenklos sollte man auch nicht vergessen.

Was ich nicht vermissen werde:

  • Das einlagige Klopapier!!! Selbst wenn ich ein super modernes Klo mit Bidet habe, will ich doch trotzdem nicht durch mein Klopapier durchgucken?! Ich frage mich echt, was die Japaner sich dabei denken
  • Das Wetter. Es ist zwar meistens echt gutes Wetter, aber ein paar Grad weniger würden auch nicht wehtun. Ich konnte teilweise nicht mal meine Arme auf den Beinen abstützen, weil die durch den Schweiß weggerutscht sind. Es hat nicht mal einen wirklichen Unterschied gemacht, ob es wolkig ist, oder nicht. Es ist einfach heiß. Und nachts kühlt es auch nicht sonderlich ab. Würde ich hier leben, hätte ich den Sommer wahrscheinlich auch nur drinnen verbracht und mir das nicht angetan. Wer freiwillig rausgeht ist wahnsinnig oder ein Tourist.
  • Keine öffentlichen Mülleimer. Davon gibt es sehr wenige. Es ist überall zwar super sauber, weil alle ihren Müll mit nach Hause nehmen, aber genau das ist auch das nervige daran.
  • chlorhaltiges Wasser. Daran werde ich mich wohl nie gewöhnen können, wenn Leitungswasser nach Chlor riecht und schmeckt
  • die „Verkehrsregeln“. Wenn es Radwege auf der Straße gibt, fahren die meisten auf dem Bürgersteig. Wenn es einen Radweg auf dem Bürgersteig gibt, fahren viele da, wo die Fußgänger laufen. Da die Japaner nicht klingeln, wird das ist mal eine enge Nummer. Häufig laufen die Fußgänger dann auch auf dem Radweg. Und dann nicht einmal einheitlich alle auf einer Seite. Ich würde mal behaupten, dass man bei uns als Dahinter automatisch auf der rechten Seite des Weges läuft – machen die Japaner nicht. Links, Mitte, Rechts, alles dabei. In Deutschland würde man sie einfach überfahren – die haben auf dem Radweg ja nichts zu suchen. Und die Radfahrer würden blöd angemacht werden, wenn sie auf dem Fußgängerweg fahren würden
  • Linksverkehr. Ich bekomme es einfach nicht gebacken zu verstehen, aus welcher Richtung die Autos jetzt kommen, je nachdem auf was für einer Straße ich war. Deswegen bin ich das ein oder andere Mal, fast vor eins gelaufen

Und wen interessiert, wie viel mich der ganze Spaß in etwas gekostet hat:

  • Lebensmittel (Wasser aus Automaten nicht enthalten): 124 €
  • Essen gehen: 173 €
  • Eintritt: 95 €
  • Souvenirs: 165 €
  • ÖPNV: 86 €
  • Hotels: 508 €
  • Shinkansen (Tokyo>Fukushima): 74 €
  • JR Pass: 265 €
  • Flug: 1.837 €
  • Kawasaki Wohnung: 942 €
  • Sonstiges: 107 €
  • abzgl. EU-Förderung: 2.178 €
  • Summe: 2.198 € (wahrscheinlich sind es eher um die 2.300 €)

Für eine zweite Reise nach Japan, nehme ich mir folgendes vor:

  • den Fuji besteigen (auch wenn das heißt, dass ich dann schon wieder im Sommer dahin muss)
  • Hokkaido erkunden

Danke an alle, die mich währenddessen immer so aufmerksam verfolgt haben.

Ina

Tohoku

Die nördlichste Region Honshus. Da ich ja bereits in Kyoto war und zwei Tage mehr Zeit hatte, als gedacht, habe ich beschlossen, den Norden zu erkunden.

11.08. Fukushima
Der Shinkansen nach Fukushima fuhr um 10.00 Uhr in Tokyo ab. 90 Minuten später war ich bereits angekommen. Erst einmal dem Rucksack in ein Schließfach gesteckt (den Koffer habe ich im Tokyo gelassen) und ab zur Touristeninfo. Die Frau dort war super nett und hat mir zwei Sachen vorgeschlagen. Ich wollte aber erst einmal eine Runde durch die Stadt laufen, bin also raus und habe mich 30 Minuten später wieder auf den Rückweg zum Bahnhof gemacht. Es war unerträglich heiß und ich hatte das Gefühl, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Am Bahnhof also ein bisschen abgekühlt, dann den Bus zum Ogura-tei genommen. Wurde glaube ich mal für einen Banker gebaut – Tatami-Räume, die man mieten und kostenlos betreten kann. Dort waren zwei Frauen und drei Kinder, mit denen ich mich dann unterhalten habe, weil die Kinder des von fasziniert waren, einen Ausländer zu sehen. Danach bin ich zurück zum Bahnhof gelaufen. Es war immer noch super heiß, aber um einiges erträglicher als in der Mittagssonne.

Einer der Tatami-Räume im Ogura-tei


Dann habe ich geguckt, wie ich nach Sendai komme, wo mein Hotel war. Inzwischen war 16.30 Uhr. Ich könnte den Shinkansen nehmen, der nur 20 Minuten braucht, oder einen Autobahnbus, der 80 Minuten braucht, wo ich aber weniger als die Hälfte zahle. Also runter zum Bussteig, in den Bus und da erst mal geschlafen. Wenn es so heiß ist, kann man den ganzen Tag schlafen – mehr dazu später.

Der Bus war schnell. Nach knapp einer Stunde in Sendai angekommen, 1.300 Yen bezahlt und zum Hotel gegangen. Kurz eingecheckt und dann Abendessen gesucht. Es wurden mal wieder Ramen. Zufällig welche, die halal sind. War ganz lecker.

12.08. Sendai
Nach dem Frühstück zum Bahnhof. Für Sendai hatte ich einen Plan, was ich sehen wollte. Dort gibt es den „Loople“, einen Sightseeing Hop-on, Hop-off Bus, der einige der Sehenswürdigkeiten abfährt. Da am Donnerstag ein Feiertag war und über das Wochenende Obon – ein buddhistisches Fest – gefeiert wurde, waren viele Leute in Sendai. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass das der Grund ist, warum so viele mit dem Bus gefahren sind. Vielleicht ist der auch immer so voll.
Der erste Stopp, bei dem ich ausgestiegen bin, war das Mausoleum des Gründers von Sendai. War jetzt nicht so besonders, wie ich gedacht habe. Es war im 2. Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut worden.
Danach zur Burg Sendai. Die auch im Krieg zerstört, aber nicht wieder aufgebaut worden war. Das habe ich aber erst erfahren, nachdem ich es gegoogelt habe, weil ich die blöde Burg nicht gefunden habe. Dort gibt es auch ein Virtual Reality Museum zu der Geschichte der Burg, doch das Geld dafür habe ich mir gespart.

Auch wenn es keine Burg mehr gibt, war die Aussicht schön

Dann habe ich einen kurzen Halt am Figure Skating Monument gemacht, das zu Ehren der Eiskunstläufer ist, die aus Sendai stammen und schon ein mal Weltmeister – und mehr – geworden ist. Der aktuell wohl bekannteste Eiskunstläufer, Yuzuru Hanyu (Weltmeister: 2014, 2017; Olympiasieger: 2014, 2018) stammt aus Sendai, hat allerdings dieses Jahr seine Karriere im Alter von 27 Jahren beendet. Er ist der erste Mensch, der einen vierfachen Axel (4,5 Rotationen in der Luft) gestanden hat, der in einem Wettkampf als gültig erklärt wurde.
So, genug vom Eiskunstlaufen.
Danach zum Osaki Hachimangu Schrein. Im Bus haben fast alle geschlafen. Ich habe ja gesagt, dass man bei dem Wetter eigentlich nichts anderes machen will. Anschließend zu der 100 Meter großen Buddhastatue etwas außerhalb der Innenstadt.


Dann wieder zurück und Essen gesucht. Es gab… Nudeln (Abura Soba). Im Hotel habe ich dann später noch die Gurke gegessen, die mir eine der Frauen in Fukushima geschenkt hatte.

13.08. Aomori
Um 10.43 Uhr (mit zwei Minuten Verspätung) habe ich den Zug nach Aomori genommen. Eigentlich wollte ich zuerst nach Morioka, was zwischen Sendai und Aomori liegt, allerdings steuerte grade ein Taifun auf den Norden zu und laut Vorhersage sollte er größtenteils an Aomori vorüberziehen. Deswegen bin ich so weit in den Norden geflohen, wie möglich. Dort angekommen, bin ich erst mal in ein Gebäude gegangen, das eine Aussichtsplattform hat. Von da konnte man sogar Hokkaido sehen. Dass die Insel 100km entfernt ist, habe ich nicht erwartet. Bei Google Maps sieht das alles immer viel näher aus.

Aussicht auf das Meer von dem Gebäude. Das im Hintergrund ist nicht Hokkaido. Die Insel sieht man auf den Fotos leider nicht.


Es war überraschend „kühl“ mit angenehmen 28 Grad. Ich wollte gar nicht mehr in den Süden, weil ich wusste, dass es da wieder viel heißer sein würde.
Danach ging es zu einem Schrein und danach zum Shiko Munakata Museum. Das Museum habe ich über Google Maps entdeckt und ja… Shiko Munakata war ein Künstler. Das Museum war ein einziger Raum. Und ich Held, habe auf die Frage, ob ich Studentin bin, natürlich nein geantwortet (stimmt ja auch noch), sodass ich den vollen Preis (550 Yen) zahlen durfte.
Danach habe ich den Bus genommen, um zum Sannai Maruyama zu kommen. Dabei handelt es sich um einen Fundplatz von Siedlungsüberresten aus der frühen bis mittleren Jomon-Zeit (14.000 bis 300 v.Chr.), der Vorgeschichte Japans. Dieses mal habe ich die Studenten-Frage bejaht und 300 Yen gespart.

Komisches Gerüst bei Sannai Maruyama


Zum Abendessen gab es Yakitori (Hähnchenspieße). Die, die ich hatte, waren Chicken Wings mit Sojasauce, war okay.
Ich weiß nicht, was es war, aber Aomori hat es mir angetan. Wegen Obon (einem buddhistischen Fest) hatten zwar so gut wie alle Geschäfte zu, doch das, was ich von der Stadt gesehen habe, war dennoch sehr schön.
Auch wenn es für mich wohl für längere Zeit nichts wäre, weil sehr viel von dem Essen aus dem Meer kommt.

14.08. Morioka
Ich habe extra etwas früher aus dem Hotel ausgecheckt, um eher in Morioka anzukommen. Nur um rauszufinden, dass fast alle Züge (die Öffis, nicht der Shinkansen) ausfallen, wegen des Taifuns. Von dem hat man in Aomori tatsächlich nichts mitbekommen. Abends waren viele dunkle Wolken am Himmel, doch es hat nicht geregnet und war auch nicht übermäßig windig. In Morioka war das Wasser im Fluss total braun und sehr hoch, aber sonst hat man davon auch nicht viel gesehen.
Also den Zug genommen, der um 10.20 Uhr gefahren ist, den Shinkansen um 11.00 Uhr und dann war ich um 12.00 Uhr auch schon in Morioka. Im Touristencenter gefragt, was ich mir anschauen soll.
„Diese Sachen empfehlen wir. Nimm einfach den Bus bis zu der Station.“
Es waren 1,3km. Zu Fuß laut Google 13 Minuten, mit dem Bus 10. Selbstverständlich bin ich gelaufen.
Zuerst zu den Ruinen der Burg von Morioka, danach in das Museum, das daneben ist. Da war ich allerdings sehr schnell durch, weil quasi nichts auf Englisch war. Danach zur ehemaligen Bank, gebaut aus rotem Backstein. Sticht sehr heraus, weil man Backstein eigentlich nie in Japan sieht.

Die Bank

Kurze Pause gemacht und zwei Donuts gegessen (solche Sachen schmecken in Japan nach fast nix, finde ich), von einer alten Omi (76) angesprochen worden und einen Fächer geschenkt bekommen, und dann weiter. Einem Baum passiert, der seit ca. 350 Jahren durch einen Stein hindurch wächst (und vor dem Gericht steht, deswegen gilt er als Symbol, dass nichts unmöglich ist, wenn sogar ein Baum einen großen Stein spalten kann) und anschließend Jajamen – Nudeln, wer hätte auch was anderes erwartet – gegessen.

Der Kirschblütenbaum, der einen Stein spaltet

Eigentlich wollte ich noch auf eine Aussichtsplattform, aber die nächsten waren fast 3km entfernt und mit dem Bus wäre ich nicht viel schneller gewesen als zu Fuß. Im Internet auch nichts zu einem Gebäude mit Aussichtsdeck gefunden. Also zurück zur Touristeninfo im Bahnhof und nachgefragt. Zu meinem Glück steht direkt neben dem Bahnhof das Malios, ein Hochhaus, dessen 20. (für uns Deutsche wäre es die 19. weil es kein Erdgeschoss gibt) Etage kostenlos begehbar ist. Also da hoch, die Stadt und die Berge von oben angeschaut und wieder runter. Den Berg/Vulkan Iwate konnte man nur halb sehen, die Spitze war hinter den Wolken versteckt.

Morioka von oben


Zum Abschluss habe ich um 17:41 Uhr den Shinkansen zurück nach Tokyo genommen, in dem ich noch sitze. Damit ich morgen keine vier Stunden bis nach Osaka brauche, habe ich beschlossen, heute nach Tokyo zu fahren. Und so kann ich noch meinen Koffer abholen, wenn ich Glück habe und das Büro dann noch auf hat. Die Schließfächer im Bahnhof kann man nämlich nur drei Tage belegen, dann werden die geleert und die Sachen wo anders im Bahnhof gelagert. Bin mal gespannt, wie viel mich das kostet.

So schnell gehen vier Tage auch schon wieder rum. Und was nehme ich daraus mit? Der Norden ist wirklich schön. Die wenigsten Touristen machen einen Abstecher dahin, sondern nehmen die typische Route in den Süden. Überall sind Berge (die gibt es im Süden auch), aber da gibt es nicht so viele hohe Hochhäuser. Und es ist ruhiger (kann natürlich an Obon liegen). Im Sommer ist es nicht ganz so heiß wie im Süden und im Winter liegt dort Schnee. Jede Stadt hat ihren eigenen kleinen Charme. Und wenn man im Sommer kommt, sieht man auch noch die Figuren etc. der Feste, die häufig im Sommer stattfinden. Leider waren die alle Anfang August, sodass ich davon keins miterleben konnte.

Hier noch einmal meine Route

Wer mehr als einmal nach Japan kommt, sollte also auf jeden Fall einen Abstecher in diese Region machen.

Jetzt sind es noch fünf Tage, die ich hier habe. Am sechsten fliege ich schon wieder nach Hause.
Geplant sind noch Osaka, Nara und Hiroshima.

またね
Ina