Ich habe das Thema Energie- und Stromverbrauch im Kanzleialltag kurz mit dem Anwalt hier in der Mongolei besprochen und dabei meinen Ausbildungsbetrieb in Düsseldorf mit meinem Praktikumsbetrieb in der Mongolei verglichen.
Ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Energieversorgung. In meinem Ausbildungsbetrieb in Düsseldorf profitieren wir von modernen infrastrukturellen Rahmenbedingungen. Das Büro befindet sich in einem gut gedämmten Gebäude mit effizienter Heiztechnik. Zudem stammt der Strom in Deutschland mittlerweile zu einem erheblichen Teil aus erneuerbaren Energien. Dadurch ist die CO₂-Belastung pro verbrauchter Kilowattstunde deutlich geringer als in Ländern, die stark auf fossile Energieträger setzen.
Im Arbeitsalltag zeigt sich Nachhaltigkeit konkret durch LED-Beleuchtung, energiesparende Geräte, Standby-Reduzierung sowie bewusstes Heiz- und Lüftungsverhalten. Computer und Drucker werden nach Feierabend ausgeschaltet, und der Energieverbrauch wird insgesamt reflektiert betrachtet.
Während meines Auslandspraktikums in der Mongolei erlebe ich eine andere Ausgangssituation. Die Energieversorgung basiert dort überwiegend auf Kohlekraftwerken. Das bedeutet, dass der gleiche Stromverbrauch automatisch mit einem höheren CO₂-Ausstoß verbunden ist. Hinzu kommt das extreme Klima: Lange, sehr kalte Winter machen intensives Heizen unvermeidbar, wodurch der Energiebedarf eines Kanzleibetriebs deutlich steigt.
Der wichtigste Unterschied liegt somit in der Energiequelle und den strukturellen Rahmenbedingungen. Deutschland befindet sich im Übergang zu erneuerbaren Energien, während die Mongolei noch stark von fossilen Brennstoffen abhängig ist.
Eine Gemeinsamkeit sehe ich jedoch im wachsenden Bewusstsein für Energiesparen. In beiden Betrieben achten Mitarbeitende darauf, Licht nur bei Bedarf zu nutzen, Geräte vollständig auszuschalten und Heizenergie nicht unnötig zu verschwenden. Nachhaltigkeit beginnt in beiden Kanzleien im täglichen Verhalten jedes Einzelnen.
Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich insbesondere für meinen Praktikumsbetrieb in der Optimierung der Gebäudedämmung, dem Einsatz vollständig energieeffizienter Beleuchtung sowie der langfristigen Integration alternativer Energiequellen wie Solarenergie. Gleichzeitig nehme ich aus dem Praktikum eine besonders ausgeprägte Sensibilität für Ressourcenknappheit mit. Diese stärkere persönliche Verantwortung könnte auch in meinem Ausbildungsbetrieb weiter gefördert werden, beispielsweise durch regelmäßige interne Sensibilisierung zum Thema Energieverbrauch.
Der Vergleich zeigt für mich deutlich: Nachhaltigkeit im Bereich Energie ist sowohl eine Frage der technischen Infrastruktur als auch der persönlichen Haltung. Beide Betriebe stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen, doch in beiden Fällen kann bewusstes Handeln einen messbaren Beitrag leisten.