{"id":9564,"date":"2019-10-30T12:14:23","date_gmt":"2019-10-30T10:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/international-mwbk.de\/?p=9564"},"modified":"2023-03-01T14:55:26","modified_gmt":"2023-03-01T12:55:26","slug":"dont-wake-me-up","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/international-mwbk.de\/?p=9564","title":{"rendered":"Don&#8217;t wake me up"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Tage in Kourou sind nun auch vorbei. Das versprochene H\u00e4kchen an das Abenteuer wurde gesetzt \u2705. Wir Sieben sind nun zur\u00fcck in der Heimat und ich muss sagen, dass ich teilweise gerne dort geblieben w\u00e4re, einfach weil es so weit weg von zu Hause ist und so wenig damit zutun hat. Letztendlich bin ich aber dann doch in den Flieger gestiegen und nach acht Stunden in diesem (von denen ich voller \u00dcberraschung drei Stunden geschlafen habe), f\u00fchlten wir uns am Pariser Flughafen wie in die Zukunft gebeamt. \u00dcberall Leuchtreklame, viele Lichter und -Technik. <em>Welcome to our Europe. <\/em><\/p>\n<p>Nach einem &#8222;kurzen&#8220; Zwischenstopp von f\u00fcnf Stunden am Pariser Bahnhof, ging es dann mit dem Thalys ins gute alte D\u00fcsseldorf. Sp\u00e4testens in diesem hat jeder die Fahrt f\u00fcr ein Schl\u00e4fchen genutzt, wenn es nicht schon im Restaurant in Paris der Fall war.<\/p>\n<p>Nun aber zum allerletzten Tag in Kourou, Freitag: Wir Sieben haben alle nur bis 12 Uhr gearbeitet, da uns Charlotte, die esa-Chefin (Raketenbahnhof) zu sich eingeladen hat. <em>Wir haben mit der esa-Chefin zusammen gegessen, waren bei ihr im Haus und sogar im Pool. Verr\u00fcckt. <\/em>Wir haben uns mit ihr \u00fcber unsere Eindr\u00fccke von Kourou unterhalten und was wr erlebt haben. Sie ist eine so liebe Person! Sie sagte sogar, dass sie uns Pl\u00e4tze f\u00fcr den Raktenstart (voraussichtlich) im November reservieren w\u00fcrde&#8230; Wahnsinn.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter am Tag, waren wir bei B\u00e4cker Felix auf einen letzten Drink eingeladen. Ihm hat es genau so das Herz gebrochen, wie uns, dass wir am Samstag unser letztes Fr\u00fchst\u00fcck bei ihm a\u00dfen. Somit gab er uns allen zahlreiche Runden eines Cocktails aus, auf dessen Beh\u00e4lter er zu Beginn des Abends mit den Worten &#8222;der wird heute leer gemacht&#8220;, zeigte. Er selber trank nach unserer Aufforderung einen ganzen Cocktail <strong>auf einmal<\/strong>.<\/p>\n<p>Wir entschieden uns dort essen zu fahren, wo wir auch den Abschlusstag unserer Lehrer zelebrierten, bestellten noch weitere Cocktails und &#8222;feierten&#8220; dann in &#8222;unserem&#8220; Internat weiter, nachdem weiteres Bier f\u00fcr die Feier im einzigen offenen Lokal, einem kleinen Restaurant, gekauft wurde. Eigentlich war das Internat an diesem Abend wirklich unseres &#8211; wir waren die einzigen Bewohner. So tranken wir noch ein paar Bier auf den letzten Abend, auch zusammen mit dem Security-Mann und landeten letztendlich aus der Euphorie heraus, noch bei einer Flasche guyanischem Rum, die am n\u00e4chsten Tag vor Abflug noch im Supermarkt nachgekauft wurde.<\/p>\n<p>Ich glaube wir alle hatten an diesem Abend so viel Spa\u00df, wie in den drei Wochen nicht.<\/p>\n<p>So ging es dann am n\u00e4chsten Morgen nach dem Ausschlafen (bis sieben Uhr), nach einem kleinen Stopp beim Supermarkt, mit drei Autos in Richtung Flughafen. 45 Kilometer ging es auf der Landstra\u00dfe geradeaus, bis ein Kreisverkehr die monotone Strecke unterbrach. Ein letztes <strong>justlocalthings <\/strong>begegnete uns dann auf den letzten Metern aber doch: ein Transporter, der mit 120km\/h von rechts auf die Landstra\u00dfe abbog &#8211; ohne abzubremsen. Daf\u00fcr bremste ich dann, denn sein Transporter lag schon leicht schr\u00e4g auf der anderen Fahrbahn.<\/p>\n<p><strong>Goodbye Kourou, it was a pleasure.<\/strong><\/p>\n<p>Als abschlie\u00dfendes Res\u00fcmee, m\u00f6chte ich das Praktikum und die Zeit in Franz\u00f6sisch-Guyana nicht missen. Ich habe so viel erlebt, bin \u00fcber mich selbst hinausgewachsen, habe mich auf so viele Situationen eingelassen und bin ich am Ende so stolz, es geschafft zu haben&#8230; Wir Sieben sind in der ganzen Zeit so zusammgewachsen, obwohl unser Gr\u00fcppchen von den Charakteren nicht verschiedener h\u00e4tte sein k\u00f6nnen und bedanke mich deshalb auch noch einmal bei euch Sechs f\u00fcr die tolle Zeit und eure vielen Worte am letzten Abend. Danke. Die Zeit vor Ort war wirklich ein <strong>Abenteuer<\/strong>.<\/p>\n<p>Im letzten Beitrag habe ich ja davon gesprochen, dass ich ein paar <strong>localthings<\/strong> heruntergeschrieben habe. Deshalb gibt es zum Schluss einen kleinen Einblick. Here they are, enjoy:<\/p>\n<ul>\n<li>Wassermelonen werden im Einkaufswagen am Stra\u00dfenrand verkauft<\/li>\n<li>Ein &gt;&gt;Jus d&#8217;Orange&lt;&lt; endet schonmal als Caipirinha (Sonntags um 9:30 Uhr)<\/li>\n<li>Abk\u00fcrzungen mit dem Auto \u00fcber den Fahrradweg nimmt man als Einheimischer einfach<\/li>\n<li>M\u00fcllentsorgung findet in Schlagl\u00f6chern statt<\/li>\n<li>Alkohol und Rum sind zwei verschiedene Sachen<\/li>\n<li>Im Regenschauer bleibt man einfach drau\u00dfen stehen. <em>Dauert ja eh nur f\u00fcnf Minuten.<\/em><\/li>\n<li>Wer an der Kreuzung Vorfahrt hat, wird generell spontan entschieden<\/li>\n<li>Ampeln gibt es nicht. (Hier ist das Motto &#8222;Fressen oder gefressen werden&#8220;)<\/li>\n<li>Nur Deutsche halten am Zebrastreifen an<\/li>\n<li>Sich vor einem Schn\u00fcrrsenkel erschrecken. <em>SCHLANGE! Ah ne, doch nicht.<\/em><\/li>\n<li>Nach 14 Uhr begr\u00fc\u00dft man sich mit &#8222;Guten Abend&#8220;<\/li>\n<li>K\u00fcssger\u00e4usche zu machen ist hier Ersatz f\u00fcr einen guten Anmachspruch<\/li>\n<li>Never trust google Maps, es sei denn du nimmst in Kauf zuf\u00e4llig bei der Fremdenlegion zu landen oder den (einberechneten) Hinterhof eines Wohnhauses zu machen, bei dem zuf\u00e4llig beide Tore gleichzeitig offen standen. <em>Was zu H\u00f6lle!?<\/em><\/li>\n<li>Das Notausgang-Schild wird an der Decke befestigt. Also da, wo man es am besten sieht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier ist nun das Ende meines allerletzten Beitrags. Das Ende des Abenteuers. Aber wer wei\u00df, vielleicht verschl\u00e4gt es mich ja nochmal in das verr\u00fcckte Land, in dem Regeln mit &#8222;wir sind hier in Franz\u00f6sisch-Guyana, das interessiert hier keinen&#8220;, au\u00dfer Kraft gesetzt werden.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157.jpg\" class=\"wp-image-9566 alignnone size-full\" width=\"3000\" height=\"2250\" srcset=\"https:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157.jpg 3000w, https:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157-300x225.jpg 300w, https:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157-768x576.jpg 768w, https:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/international-mwbk.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191025_0751006542053508219701157-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 3000px) 100vw, 3000px\" \/><\/p>\n<p>Bis dahin, aus dem stressigen Deutschland und noch immer gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig in einer guyanischen Blase lebend,<\/p>\n<p>Kerstin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Tage in Kourou sind nun auch vorbei. 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